1. Tag (Sa., 26.06.2027): Flug Frankfurt – Sofia, Weiterfahrt nach Kosovo
„Willkommen in Bulgariens artenreicher Gebirgswelt“
Am Flughafen von Sofia begrüßt uns unsere Reiseleiterin, die deutschsprachige bulgarische Botanikerin Mihaela Yordanova. Gemeinsamer Transfer in das mitten in den Rhodopen gelegene Dorf Kosovo. Unterbringung für eine Nacht in einem familiengeführten Gästehaus. Begrüßungsabendessen mit typischer bulgarischer Küche der Region. (A)
Eine Übernachtung in Kosovo.
2. Tag (So., 27.06.2027): Kosovo – Progled – Yagodina
„Die seltene Rhodopen-Lilie“
Nach einer kurzen Erkundung in der landschaftlich reizvollen Umgebung machen wir uns auf den Weg nach Süden in Richtung Bujnovo- und Trigrad-Schlucht. Unterwegs kurze Stopps entlang der Route und am Dorf Progled. Eine der seltensten und schönsten Pflanzen der gesamten Reise wächst hier – die Rhodopen-Lilie (Lilium rhodopaeum). Wir werden heute und an allen kommenden Tagen für die Mittagspause mit Lunchpaketen versorgt. Am späten Nachmittag erreichen wir das Dorf Yagodina. Je nach Ankunftszeit suchen wir noch mögliche Orchideen-Standorte von Cephalanthera rubra und Gymnadenia conopsea auf. (F, M, A)
Zwei Übernachtungen in Yagodina.
3. Tag (Mo., 28.06.2027): Bujnovo- und Trigrad-Schlucht
„Endemiten und Felsflora der Rhodopen“
Heute verbringen wir den gesamten Tag in der Region der Bujnovo- und Trigrad-Schlucht. Besonders eindrucksvoll ist die rund 7 km lange Trigrad-Schlucht mit ihren steilen Felswänden. Wir erwarten zahlreiche seltene, regionaltypische und teilweise endemische Arten, wie etwa: Persische Steppen-Distel (Morina persica), Jacquin-Halskraut (Trachelium rumelianum), Rhodopen-Sandkraut (Arenaria rhodopaea), Rhodopen-Felsenteller (Haberlea rhodopensis), Rhodopen-Skabiose (Lomelosia rhodopensis), Bulgarische Braunwurz (Scrophularia bulgarica), Türkenbund (Lilium martagon), Griechischer Bergtee (Sideritis scardica), Krustensteinbrech (Saxifraga sempervivum), Schein-Quendel (Micromeria dalmatica), Serbische Meerviole (Malcolmia serbica), einige Glockenblumen-Arten wie Campanula glomerata, Campanula orphanidea und Campanula jordanovii, die Flockenblume Centaurea triumfettii, Schweizer Moosfarn (Selaginella helvetica), Felsen-Kugelschötchen (Kernera saxatilis), Zitronenblättrige Hasenglocke (Asyneuma limonifolium), Europäische Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) und viele weitere. (F, M, A)
4. Tag (Di., 29.06.2027): Yagodina – Satovtscha – Gajtaninovo
„Von den Rhodopen an den Fuß des Pirin“
Nach dem Frühstück verlassen wir Yagodina und durchqueren zunächst die westlichen Rhodopen. Unser heutiges Exkursionsziel sind die Feuchtwiesen in der Nähe von Satovtscha. Mittags sind wir zu Gast bei einer einheimischen Familie und genießen die hausgemachte traditionelle Küche der Region. Die Bewohner der Satovtscha-Region gehören der ethnischen Volksgruppe der Pomaken an, die größtenteils muslimischen Glaubens sind, jedoch sowohl muslimische als auch christliche Feste feiern. Am späten Nachmittag erreichen wir das Dorf Gajtaninovo am südöstlichen Rand der Pirin-Region. Schroffe Granit- und Marmorfelsen, über 170 Gletscherseen und bis zu 2.900 m hohe Gipfel formen das beeindruckende alpine Landschaftsbild des Gebirges. Der wunderschöne Nationalpark umfasst rund 400 km² und zählt zu den botanisch artenreichsten Hochgebirgslandschaften Bulgariens. Teile des Nationalparks gehören seit 1983 zum UNESCO-Weltnaturerbe. (F, M, A)
Eine Übernachtung in Gajtaninovo.
5. Tag (Mi., 30.06.2027): Gajtaninovo – Falakro-Gebirge (Griechenland) – Bansko
„Balkan-Endemiten zwischen Slavyanka und Falakro“
Vormittags botanisieren wir am Fuße des Alibotusch-Gebirges (Slavyanka) und halten nach der prachtvoll blühenden Jankas Riemenzunge (Himantoglossum jankae) sowie nach weiteren Arten der wärmeliebenden Flora wie Achillea pseudopectinata, Achillea coarctata, Xeranthemum cylindraceum und Inula aschersoniana Ausschau.
Dann brechen wir in das nahe gelegene griechische Falakro-Gebirge auf, das einen wahren botanischen Schatz in der Zone oberhalb der Waldgrenze des Panzerkiefernwaldes (Pinus heldreichii) beherbergt. Dieser Vegetationsübergang zwischen Panzerkiefernwald und alpiner Kalkflora ist für das Falakro besonders charakteristisch. Die majestätischen Marmorfelsen der alpinen Stufe prägen eine dramatische Landschaft und bieten einen ganz besonderen, kalkhaltigen Lebensraum. Hoch oben erstreckt sich eine außerordentlich artenreiche Flora mit zahlreichen Balkan-Endemiten und seltenen Gebirgspflanzen, darunter Goldwundklee (Anthyllis aurea), Griechischer Bergtee (Sideritis scardica), Campanula orphanidea sowie die Veilchen Viola delphinantha und Viola tricolor subsp. macedonica. Dies macht das Falakro-Gebirge zu einem unverzichtbaren Reiseziel für jeden Naturliebhaber in unserem spezialisierten botanischen Programm. Ferner gedeihen hier auch die Hundskamille Anthemis pindicola, die Johanniskräuter Hypericum linarioides und Hypericum olympicum, das Hornkraut Cerastium banaticum, Cherleria doerfleri, die bezaubernde kleine Felsen-Nelke (Dianthus petraeus), das Ungleichblättrige Labkraut (Galium anisophyllon), der Zierliche Lein (Linum elegans), Sedum ochroleucum und Sempervivum marmoreum.
Nach der Mittagspause verlassen wir das Falakro-Gebirge und reisen weiter in die im nördlichen Teil des Pirin-Gebirges gelegene Stadt Bansko. (F, M, A)
Zwei Übernachtungen in Bansko.
6. Tag (Do., 01.07.2027): Pirin-Nationalpark (UNESCO-Weltnaturerbe)
„Endemiten und alpine Flora des Pirin“
Heute erkunden wir die Hochgebirgslagen des Nationalparks. Zunächst Fahrt zur Banderitsa-Hütte auf 1.810 m Höhe. Es folgt eine Wanderung mit niedrigem Schwierigkeitsgrad zur Vihren-Hütte auf 1.950 m Höhe. Hier erwarten wir abermals viele seltene einheimische Pflanzen, wie die Davidov-Königskerze (Verbascum davidovii), Bulgarische Schwertlilie (Iris reichenbachii), die seltene Viola perinensis, Silbergarbe (Achillea ageratifolia), Ölbaumblättriger Seidelbast (Daphne oleoides), Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum) und Kosanin-Seidelbast (Daphne kosaninii), Felsen-Kugelschötchen (Kernera saxatilis), Weißbunte Gänsekresse (Arabis ferdinandi-coburgii), Rhodopen-Johanniskraut (Hypericum cerastoides), Goldakelei (Aquilegia aurea), den Ehrenpreis Veronica saturejoides subsp. kellereri, Liege-Tragant (Astragalus depressus) und den Geißklee Corothamnus rectipilosus.
Teilnehmer, die gerne etwas weiter wandern möchten, können bis zum Okoto-Gebirgssee auf 2.000 m Höhe gelangen. Hier hoffen wir auf Niederliegenden Ginster (Genista depressa), Balkan-Winterkresse (Barbarea balcana), Balkan-Fettkraut (Pinguicula balcanica), Balkan-Händelwurz (Gymnadenia frivaldii), das Läusekraut Pedicularis orthantha, Pyrenäen- und Frühlings-Enzian (Gentiana pyrenaica und Gentiana verna), Veluchenser Krokus (Crocus veluchensis), Wald-Gelbstern (Gagea lutea), Berg-Nelkenwurz (Geum montanum), Mehlprimel (Primula farinosa), See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris) und Piemonteser Steinbrech (Saxifraga pedemontana).
Am Nachmittag besuchen wir die unteren Lagen des Pirin-Gebirges und hoffen, hier Buckel-Fetthenne (Sedum dasiphyllum), Orientalischen Weißdorn (Crataegus orientalis), Dalmatiner Bergminze (Micromeria dalmatica), Grünblütiges Wintergrün (Pyrola chlorantha), das endemische Jacquin-Halskraut (Trachelium rumelianum), Bergminze (Micromeria cristata), Seifenkraut (Saponaria bellidifolia), Knorpellattich (Chondrilla urumoffii), Balkanginster (Genista subcapitata), die Flockenblume Centaurea mannagettae und viele weitere interessante Pflanzen zu entdecken. (F, M, A)
7. Tag (Fr., 02.07.2027): Bansko – Golo Bardo-Gebirge – Sofia
„Vom Rila-Kloster zu den Orchideenwiesen des Golo Bardo“
Nach dem Frühstück verlassen wir das Pirin-Gebirge und reisen nach Norden in Richtung Sofia. In einem Tal des Rila-Gebirges auf ca. 1.150 m Höhe liegt das berühmte Rila-Kloster (UNESCO-Weltkulturerbe). Die feingliedrige schwarz-weiß-rote Fassade des im frühen Mittelalter gegründeten Klosters hebt sich kontrastreich von der gewaltigen Bergkulisse ab. Wir besichtigen das Kloster mit seinen farbenprächtigen Freskenmalereien.
Nach einem stärkenden Mittagspicknick geht es weiter in das Golo Bardo-Gebirge. Auf den stark kalksteinhaltigen Felsen und Böden gedeihen Orchideen wie Gehörnte Ragwurz (Ophrys cornuta), Ziegen-Riemenzunge (Himantoglossum caprinum), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis). Auch Urumoffs Königskerze (Verbascum urumoffii), die Trespe Bromus moesiacus, Goldwundklee (Anthyllis aurea), Traubige Graslilie (Anthericum liliago), Russischer Natternkopf (Echium russicum), Wenighaariges Gelbscheiden-Federgras (Stipa epilosa), Serbische Büschelglocke (Edrajanthus serbicus), die Flockenblumen Centaurea chrysolepis und Centaurea immanuelis subsp. loewii sowie die Ginster-Arten Genista carinalis und Genista subcapitata können wiederentdeckt werden. Dann verbringen wir noch einige Zeit mit Botanisieren auf den Trockenrasen, bevor wir weiter nach Sofia fahren. (F, M, A)
Zwei Übernachtungen bei Sofia am Fuße des Witoscha-Gebirges.
8. Tag (Sa., 03.07.2027): Ausflug in den Witoscha-Naturpark
„Subalpine Bergwiesen und Lilium jankae“
Für unseren letzten Reisetag nehmen wir uns ausreichend Zeit für die Suche nach weiteren faszinierenden Arten der bulgarischen Flora. Nach einem zeitigen Frühstück fahren wir in den nahe gelegenen Naturpark Witoscha und erkunden die artenreichen Bergwiesen und subalpinen Hochlagen bis auf circa 1.800 m Höhe. Hier gedeihen Goldakelei (Aquilegia aurea), der Balkan-Endemit Lilium jankae, die seltene Viola dacica, Goldrand-Fingerkraut (Potentilla ternata), Platanen-Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius) und das Leimkraut Silene roemeri. Am Abend lassen wir während des gemeinsamen Abschiedsessens die vielen Eindrücke dieser Reise nochmals Revue passieren. (F, M, A)
9. Tag (So., 04.07.2027): Rückflug Sofia – Frankfurt
"Sbogom krasiva Bŭlgariya!"
Nach einem gemütlichen Frühstück, Transfer zum Flughafen Sofia und Rückflug nach Deutschland gegen Mittag. (F)
Vorbehalt
Änderungen im Programmverlauf (beispielsweise wetterbedingt) behalten wir uns vor.